Herbst/Winter

Meine Schildkröten in der 2. Jahreshälfte.

Mit dem Beginn der kühleren Jahreszeit taucht das Schildkrötenjahr in eine ruhigere Phase ein. Wenn die Sonne tiefer steht und die Tage kürzer werden, bereiten sich unsere Schildkröten auf ihren Winterschlaf, die Winterstarre oder Hibernation vor.

DSC_1226
Die Stellen der immer flacher einfallenden Sonne werden noch einmal ausgenutzt.
DSC_1362
Das gleissende Licht und die langen Schatten erzeugen einen ganz speziellen Effekt, den die Schildkröten an den kürzer werdenden Tagen, noch gerne ausnützen.
DSC_1402
An kühleren, windigen Tagen bleiben die Schildkröten jetzt gerne im Schutz ihrer Häuser!
DSC_1392
Auch die Kleinsten verhalten sich genau wie die Alttiere.
DSC_1400
Sie nützen die spärlicher werdenden Sonnenflecken für ihr Sonnenbad.
DSC_1414
3 Monate alte Jungtiere beim Sonnenbad im Aussengehege
DSC_1220
Nach den ersten kalten Nächten erhalten die Schildkröten nur noch begrenzten Auslauf. Einmal im Garten eingegraben sind sie nur schwerlich zu finden. Ein zu grosses Risiko!

Im Herbst werden die Männchen noch einmal richtig aktiv und bedrängen die Weibchen mit einer grossen Penetranz. Jetzt werden die 1. Gelege des kommenden Frühlings befruchtet.

Nicht einfach ist es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, ab dem  die Schildkröten zurückgehalten  und  ihnen nicht mehr Auslauf im ganzen Garten gewährt werden sollte. Nur noch sporadisch erscheinen sie jetzt an ihren Sonnenplätzen oder zur Nahrungsaufnahme. Das Risiko, dass sich ein Tier an einem ungeeigneten Ort eingräbt ist gross.  Wo nicht genügend Schutz vorhanden, bzw. der Untergrund zu hart oder zu steinig ist, laufen unsere Schildkröten Gefahr durch Frost umzukommen. Aus diesem Grund reduziere ich die Fläche des Auslaufs vor dem Frühbeet.  Die Schildkröten bleiben so überschau- und kontrollierbar.

Nach und nach wird alsdann die Nahrungsaufnahme zurück gefahren und dann auch ganz eingestellt. Die Schildkröten sind manchmal plötzlich wie vom Erdboden verschwunden, oder eben ins Substrat abgetaucht. Mit zunehmender Kälte fallen unsere Pfleglinge in die, für ihre Gesundheit sehr wichtige Kältestarre.

Als Befürworter einer natürlichen Hibernation, überwintern meine Schildis ab Geburtsjahr im Substrat ihrer Frühbeete.  Im Moment wo die Nahrungsaufnahme eingestellt ist, entferne ich alle Versteckmöglichkeiten und belasse die Tiere auf ihrem fast nackten, feuchten, mit nur wenig Laub, Heu oder Stroh bedeckten Substrat.

DSC_1269

Dies regt ihr Bedürfnis, sich zu verstecken an und die Schildkröten graben sich, bei entsprechend kühler Temperatur, meistens schnell ein. Das Haus der Zuchttiere ist an eine Hausfassade angebaut. Diese liefert etwas Abwärme und somit mehr Sicherheit für die starrenden Schildkröten!

DSC_1256
Unter den schützendenPlasticboxen befinden sich die, für Uebergangszeit wichtigen HQI-Strahler. Die aufgeschichteten Verbundsteine dienen als Wärmespeicher!

Nach dem nicht ganz idealen Sommer, sind wir jetzt in der ersten Hälfte November 2014. Noch immer haben sich nicht alle Schildkröten eingegraben. Bis vor kurzer Zeit wurde auch noch kräftig gefuttert.

DSC_1826
Von den letzten wärmenden Sonnenstahlen wird jetzt noch profitiert.
DSC_1834
Immer weniger Tiere zeigen sich tagsüber!
DSC_1844
im rundum frei stehenden Haus, ordne ich die Heu-Verstecke in der Mitte an, damit sich die Jungtiere und Schlüpflinge nicht am kühleren Rand des Hauses eingraben. (oben und unten)
DSC_1845
Tagsüber zeigen sich immer noch einige Jungtiere an der Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DSC_2022
Hier finden wir tagsüber immer noch einige Schildkröten auf dem leergeräumten Substrat.  (Mitte Nov. 14)   HQI Strahler entferne ich samt Halterung um die Laubschicht ungehindert einbringen und auch wieder entfernen zu können..
DSC_2026
Das Heu habe ich wegen Gefahr der Schimmelbildung entfernt und durch das erste Laub ersetzt.
DSC_2018
Im Jungtierhaus errichte ich die kleinen Laubhaufen im Zentrum an um die noch nicht schlafenden Tiere hier zum Eingraben zu bewegen.

 

DSCN4282
Nasses Buchenlaub isoliert und hält die Feuchtigkeit im darunter liegenden Substrat konstant.

Haben sich alle Tiere eingegraben und halten sich ruhig, schichte ich definitiv ca. 50 cm. nasses Buchenlaub über das Substrat und die schlafenden Schildkröten . Das Laub darf  richtig nass sein. Es sollte eigentlich nicht mehr rascheln. Bei Bedarf während des Winters wieder befeuchten. Selbstverständlich schadet es auch nicht, an milderen Regen-Tagen die Deckel zu öffnen um so natürliche Feuchtigkeits-Verhältnisse zu schaffen.

Als zusätzliche Isolation, kann man die Laubschicht mit weissen Schaumstoffplatten zudecken.

DSCN4283

DSCN4284 

 

 

 

Weiss deshalb,  weil so  das wärmende Sonnenlicht besser reflektiert wird. Die schlafenden Schildkröten sollen nicht durch zu starke Erwärmung an milden Wintertagen beeinflusst und gestört werden. Alternativ oder zusätzlich, macht es auch Sinn, das ganze Frühbeet mit einer weissen Plane abzudecken.

DSCN4281
Die Laubschicht ist  zusätzlich mit isolierenden, weissen Platten abgedeckt.

 

Ende Dezember 2014 Bis bald im Frühjahr!
Ende Dezember 2014, endlich der erste Schnee!
Bis bald im Frühjahr!
img_5620
Die andere Möglichkeit oder 2 Fliegen auf einen Schlag: In der oberen Etage überwintern nicht winterharte Planzen.
img_5622
Um die Unterkünfte nicht zu stark zu erwärmen, packe ich die Häuser in eine weisse Plane.

img_5621

 

 

 

 

 

 

 

 

Testudo hermanni hermanni / toscana